Obstland Ortenburg heute
Die Geschichte des Streuobstanbaus in Ortenburg war in jüngerer Zeit
wechselvoll. Noch in den 50er Jahren hat man über den damals bestehenden Eisenbahnanschluss Ortenburger Obst nach ganz Deutschland geliefert. Doch dann verdrängten andere
Obstbaugebiete mit neuen, intensiv bewirtschafteten Niedrigstamm-Obstbäumen das
traditionelle Streuobst vom Markt. Die Obst- wirtschaft war nicht mehr rentabel und einige
Bestände wurden sogar abgeholzt was zu dieser Zeit von der Europäischen
Gemeinschaft mit einer Rodungsprämie belohnt wurde.
Doch in Ortenburg stehen trotzdem noch viele der alten, hochstämmigen Äpfel- und
Birnbäume und sind eine Zierde für die Landschaft. Der Markt fördert die traditionelle
Obstwirtschaft, dafür hat er 1994 die Auszeichnung als "baumfreundlichste Gemeinde
Bayerns" bekommen. Und seitdem im Jahr 1997 mit der Umsetzung des Landschaftsplans
begonnen wurde, gewinnt das Streuobst weiter an Bedeutung: über 1.000 neue Obstbäume
sind in den letzten drei Jahren schon gepflanzt worden. Die Europäische Union, die ihre
Haltung zum Obstanbau geändert hat, unterstützt die Maßnahmen finanziell ebenso wie der
Freistaat Bayern.
Mit der staatlichen Förderung war es
möglich, im Herbst 1996 für die Umgebung von Ortenburg eine neue Obstsammelmaschine zu
kaufen. Die kleine, wendige Maschine sammelt das von den Bäumen geschüttelte Obst vom
Boden auf und befördert es in die Anhänger. Damit wird viel Arbeit gespart und das Obst
kann schneller zu frischem Apfelsaft und gutem Most verarbeitet werden.
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